In Kooperation mit der

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1961 beendet Wolfram Beck sein Studium an der HfBK (heute UdK) sein Studium der Bildhauerei als Meisterschüler. Dem 1930 Geborenen bedeutete die Universität nach den Repressionen des Nationalsozialismus, nach Krieg und Verwundung und angesichts eines mit seinen Überzeugungen unvereinbaren Lebens in der DDR vor allem eines: Freiheit! Dafür war er sein Leben lag dankbar.

Im 20 Todesjahr hat die Stiftung Wolfram Beck in Kooperation mit der UdK Berlin den Wolfram Beck Preis für Bildhauerei gestiftet, der jährlich vergeben wird.

Wolfram Beck Preis für Bildhauerei 2026

1. Platz
Luise Sandberger
In Gespräch über ihre Kunst eröffnet uns Luise ein Universum der Auseinandersetzung mit allen Fragen des Vergehens. Sie setzt sich mit der Metamorphose alles Körperlichen auseinander: mit Wachstum, Verdichtung, Verletzlichkeit, Zerfall und der Frage, welche Formen aus Prozessen von Auflösung und Transformation hervorgehen. Dabei interessiert sich sind für den Zustand permanenter Veränderung – als etwas, das sich bildet, sich häutet, reagiert, verwundet wird, vergeht und in anderer Form wiederkehrt. Tod und Zersetzung erscheinen in ihren Arbeiten nicht nur als Endpunkte, sondern als produktive Momente eines zyklischen Geschehens, in dem Destruktion und Schöpfung untrennbar miteinander verbunden sind. Auflösungsprozesse nimmt Sie auf und lässt sie zu kleinen Monumenten werden, die uns an das Schöne in der Vergänglichkeit erinnert.

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2. Platz
KHAELIS (Elisabeth Khakimova)
Khaelis bildhauerischer Gestaltungskanon lässt sich nicht ohne Weiteres greifen. Postsozialistisch und osteuropäisch geprägt wird Khaelis getrieben von den Spuren, die Alltag und Ikonographie dieser Zeit hinterlassen haben. Für Khaelis ist die Frage zentral, was Bildhauerei heute sein kann: Arbeiten an physischen Stoffen und ein Denken in prozesshaften Beziehungen. Neben autonomen Objekten entstehen Projekte, die als Materialstudien und Formen künstlerischer Forschung fungieren und den Betrachter als aktiven Teil der skulpturalen Situation einbeziehen. All diese Fragen treiben Sie um und wir dürfen gespannt sein, wann sie Antworten findet, oder die ewig Suchende bleibt.

2. Platz
Franz Warnke
Franz Warnke entnimmt technischen Konstruktionen ihre Bestandteile und entledigt sie der Funktionalität. Er erweckt der Hilfskonstruktion ihre immanente gestalterische Ästhetik und fügt die Elemente neu zusammen. Die ursprüngliche Funktion verschwindet jedoch nicht, sondern wird allegorisch. Franz Warnke überführt ästhetische Funktionalität in funktionale Ästhetik. Seine Arbeiten erinnern an berühmte Assemblagen der 1960er Jahre jedoch in der klinischen Designsprache der industriellen Funktionalität der Gegenwart. Franz Warnke versucht, Materie und Objekt nicht als passiv formbar, sondern als aktiv handelnden Mitakteur zu begreifen. Selbstorganisierend, unbestimmt und in ständiger Metamorphose.

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Bildhauereipreis hochkant 1

2. Platz
Yuqing Liu
Yuqing Liu entzieht traditionellen chinesische Gefäßformen ihrer ursprünglichen Funktion, begreift sie neu und spielt mit der Form. Damit verlassen ihre keramischen Arbeiten den traditionellen Kontext. Für ihre Abschlußarbeit zum Thema Nachhaltigkeit entwickelt sie eine Arbeit, die sich mit menschlichen Eingriffen in natürliche Ressourcen und deren langfristigen Spuren auseinandersetzt. Ausgangspunkt sind Baumstämme, die bereits sichtbare Spuren menschlicher Aneignung tragen – eingeritzte Initialen, Herzen, Symbole und Daten. Keramische Tonabdrücke von den Narben der Bäume werden auf gefundenes Holz übertragen. Der Prozess des Tonabbaus wird so mit der menschlichen Besetzung natürlicher Ressourcen parallelisiert: Beides hinterlässt bleibende Spuren in der Landschaft.

Warum 3 Zweitplatzierte?

Ein Wettbewerb der Kunst ist kein Wettlauf mit metrisch messbaren Ergebniskategorien. Für sowohl Khaelis, Franz Warnke als auch Yuqing Liu haben sich jeweils unterschiedliche Jurymitglieder voller Begeisterung und mit ganzem Herzen eingesetzt.

Wenn Kunst derartige Emotionen auslösen kann, und Menschen derart von sich einnimmt, dass sie für ihre favorisierte Position kämpfen, ist alles erreicht, was erreicht werden kann.

 

Mitglieder der Jury

Prof.in Lucis Kempkes

Corinna Scheller, Kulturprojekte Berlin

Kristian Jarmuschek, BVDG, Positions, Art Karlsruhe

Sabastian Pflum, Stiftung Kunstforum BVB

Karoline Beck, Stiftung Wolfram Beck

Wolfram Beck Preis für Bildhauerei 2025

Die Jury war sich über die Erstplatzierte Sarah Ama Duah schnell einig. Sie ist eine multidisziplinär arbeitende Künstlerin, deren Praxis sich im Spannungsfeld von Skulptur, Performance und Kleid verortet. Aus Afro-deutscher Perspektive setzt sie sich mit Erinnerungskultur, kolonialen Kontinuitäten und biografischer Verortung auseinander. Ein Leitthema Ihrer Arbeit ist skulpturale Wertschätzung praktiziert als Form, Geste und Potential.

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© Foto: Oliver Wellmann
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© Foto: Lee Everett Thieler

Sophia Hallmann führt morbide Materialien und destruktive Ereignissen durch mehrere Transformationsprozesse. Dadurch entsteht aus dem schauerlichen Ursprung ein poetisches Memento Mori. Die Künstlerin interessiert sich für das Herstellungsverfahren und den bildhauerischen Prozess sowie den damit verbundene Aspekt der Zeitlichkeit und den Bezug oder den drastischen Impact auf den menschlichen Körper. Sie wurde mit dem zweiten Platz bedacht.

Unter dem Pseudonym „SapphosMatrix“ erforscht Oliver Wellmann in seiner künstlerischen Praxis Orte und Körper im Zustand ritueller Übergänge – oder deren Störung. Ausgehend von diesen Schwel­lenmomenten, entwickelt er eine eigensinnige (Re-) Konstruktion aus Splittern verlorener Wissenssysteme und überzeugte die Jury für den 3. Platz.

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© Foto: Oliver Wellmann

Im Herbst wurden ausgewählte Werke der Preisträgerinnen und des Preisträgers in unseren Stiftungsräumen ausgestellt. Die Ausstellung wurde vom Präsidenten der UdK Prof. Markus Hilgert eröffnet. Die Begegnungen und Gespräche mit den Finalisten haben bei allen Mitgliedern der Jury einen tiefen Eindruck hinterlassen. Wir danken den Mitgliedern der Jury Sebastian Pflum (Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank), Prof.in Tamina Amadyar (UdK), Frank Ulbricht (Deutschlandfunk Kultur), Dr. Anke Lüssem (The System Change Foundation) sowie Dragan Kämpf (Sammler) für die großartige Unterstützung.

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