STIFTUNG
WOLFRAM BECK
Peter Hecht ALMAS ANIMALES
Im Herbst 2025 präsentierte die Stiftung Tierskulpturen und Federzeichnungen von PeterHecht.
In der Bildenden und graphischen Kunst beschäftigt er sich mit dem Tier. In seinen Tierdarstellungen nähert er sich dem Ursprung und will das Wesen für die Zukunft bewahren.
Große Inspiration sind für ihn Skulpturen und Petroglyphe vergangener kulturhistorischer Epochen aller Kontinente. Es entstehen Plastiken aus Bronze, Holz und Stein sowie Keramik und Porzellan. In der Malerei beschäftigt er sich mit der Verbindung von Aquarell, Pastell und Feder.
Mittlerweile skizziert er ausschließlich mir der Feder – Angesicht zu Angesicht mit dem Tier in der freien Natur. Oft legt er die sich durch die Bewegung verändernden Positionen des Tieres in einer Grafik übereinander. Das Tier steht nicht Modell, sondern ist gänzlich frei in seinen Bewegungen. Diese Lebendigkeit des Tieres, sowohl dessen Sanftmut als auch Ungestüm möchte Peter Hecht festhalten – wenn auch gerade das „Festhalten“ einer Bewegung kontradiktorisch sind. Zeichnerisch fängt Peter Hecht durch die Überlagerung von Bewegungsmomenten das Besondere des Lebewesens ein. Er zwängt es nicht statisch auf Papier, sondern nimmt das Wesen, dessen Natürlichkeit und seinen ureigenen Bewegungsdrang an, um dem Tier künstlerisch gerecht zu werden.
In der Bildhauerei legt er das Wesen frei, das bereits im Stein oder im Holz vorhanden ist. So gelingt es ihm auch im Umgang mit hartem Material das Tier in seiner Besonderheit und Bewegung zu erfassen. Mit scheinbar wenigen Bearbeitungsschritten wird aus einem Findling am Ufer eine Meeresschildkröte, die dort schon immer lebt. Ein rundlicher roter Sandstein in Samenform entpuppt sich als im Feld schlafendes Rehkitz. Das Tier wird nicht entblößt oder zur Schau gestellt, sondern in aller Anmut und ungezähmten Würde sichtbar.
Wie auch im graphischen Werk wirken Peter Hechts Tierskulpturen minimalistisch und selbst im Umgang mit sprödem oder schweren Material mühelos. Das Tier im Stein möchte er nicht stören, sondern nur sichtbar machen. Es ist ihm ein Anliegen, mit möglichst wenig Hilfsmitteln den Charakter des Tieres darzulegen. Seine Arbeit ist eine Suche mit Augen und Händen nach der Verbindung von Charakter, Eigenart und Form des jeweils verwendeten Material.
Wenn Peter Hecht gerade nicht auf einer Weide, in Südamerika oder in Ozeanien Tiere beobachtet und zeichnet, lebt und arbeitet er am Kummerower See in Mecklenburg-Vorpommern.
Peter Hecht ist 1961 in Brandenburg / Havel geboren. Nach Tätigkeiten als Melker, Krankenpfleger und Erzieher entschloss er sich 1999, fortan als Bildender Künstler und Musiker zu leben und zu arbeiten.